Unsere zweite Woche in Polen

Breslau – Marina bei Kozle, Autocamping Lasoki

Irgendwie sind wir noch voll im Urlaub-Erlebnis-Modus und unternehmen sehr viel, was auf Dauer anstrengend sein wird und wir so auch nicht weiter durchhalten können. Das Wochenende soll daher mal ruhiger werden. In der Natur chillen und runterkommen. Was wir aber immer noch brauchen ist Gas. Auf dem Weg zum nächsten Stellplatz soll es eine Möglichkeit geben, die Gasflaschen aufzufüllen. Aber auch da, keine Chance. Irgendwie schwierig hier in diesem Polen. Ok, dann gehen wir halt noch einkaufen und schauen mal, vielleicht sehen wir ja zufällig was auf dem Weg. Nope! Das bleibt ein Problem für einen anderen Tag. An der Marina angekommen sind wir die einzigen auf dem Stellplatz. Eine Frau sagt, wo wir uns hinstellen können. Es ist ruhig und mitten in der Natur am Wasser, die Oder ist nicht weit. Allerdings ist das WLAN super langsam und es gibt kein warmes Wasser zum duschen. Da sind 20€ echt zu viel und wir fahren am nächsten Morgen wieder weiter. Schade, da der Platz echt schön ist.

Aber jetzt gibt’s erstmal Lasagne und Salat. Wir haben uns inzwischen angewöhnt Abends Hörbuch zu hören, momentan sind es die Känguru Chroniken. 

Autocamp Lasoki – St. Annaberg

Hoffentlich hat der nächste Stellplatz eine warme Dusche, es wird nämlich jetzt höchste Eisenbahn mal wieder zu duschen. Wir fahren wieder an unzähligen Raps-Feldern vorbei, hoch nach St. Annaberg. Es ist Sonntag und es ist schon einiges los hier im Ort. Aber wir bekommen noch einen Stellplatz und die Besitzerin spricht auch Englisch, das ist schon mal super. Wir blicken, von dem am Berg gelegenen Ort, in die durch Rapsfelder gelb gefärbte Ebene. Jetzt aber mal Duschkram packen und die Dusche auschecken. Joah, es gibt super kaltes Wasser und super heißes Wasser. Es dauerte ewig, aber irgendwann hatte ich die Temperatur mit duschfähig, warmem Wasser eingestellt. Es war eine Wohltat endlich mal wieder gemütlich zu duschen. Nach einer Brotzeit sind wir dann noch los, um das Örtchen zu erkunden. Es war wohl kurz vor Gottesdienst als wir zur Kirche gekommen sind.

Es war viel los und die Bänke waren auch schon gut besetzt. Wir gehen weiter zum Amphitheater, vorbei an einem Denkmal. Da die Hinweistafeln auf Polnisch waren, konnten wir leider nicht lesen, wofür das Denkmal errichtet wurde.

Dann sind wir zurück zum Gustl. Morgen können wir ja den Ort noch weiter anschauen, jetzt gibt’s aber Abendessen. So haben wir gedacht. Bis Sandra entdeckt hat, dass im Schrank loser Zucker unten am Boden liegt. Also haben wir erstmal alles ausgeräumt und den Zucker zusammen gekehrt, so gut es ging.

Da muss man unbedingt nochmal staubsaugen. Tja, die Zuckerverpackungen sind offensichtlich nicht schubber-resistent. Nachdem dann alles wieder eingeräumt war, konnte gekocht werden. Während wir gegessen haben ist ein kleines Gewitter über uns gezogen mit leichtem Hagel. Das Wetter soll die nächste Woche schlechter und kälter werden. Wir wurden schon sehr verwöhnt die letzten Tage. Hätte gerne so bleiben können.

St. Annaberg

Heute starten wir so richtig gemütlich in den Tag. Kaffee im Bett und Pancake Frühstück. Dann laufen wir noch eine große Runde um den Ort, der heute wie ausgestorben ist. In der Nebensaison ist echt nur an den Wochenenden was los. Es gibt eine geologische Stätte zu der wir gehen und bevor wir nochmal durch den Wald zum Amphitheater laufen, kehren wir für eine kurze Erfrischung in einem Restaurant ein.

Nach einem Drohnenflug beim Amphitheater gehen wir wieder zurück, denn es ist schon echt frisch. Wir kochen nur noch und suchen Videos für unser YouTube Video aus. Ein wirklich relaxter Tag. 

St. Annaberg – Park in Gleiwitz

Nachdem alles zusammen gepackt ist, füllen wir noch Wasser auf und dann fahren wir los. Heute stehen einige Erledigungen an. Wir waschen Gustl an einer Waschanlage und saugen den Zucker, so gut es geht, aus dem Schrank und Ritzen.

Auf dem Weg nach Gleiwitz sehen wir einen Hinweis auf den Funkturm. Dieser 111 m hohe Holzturm gehörte zum Radiosender Gleiwitz, auf welchen der durch die SS inszenierte Überfall von Polen stattfand.

Dieser Überfall markiert den Beginn des zweiten Weltkrieges. Danach fahren wir in die Innenstadt von Gleiwitz. Dort gibt es ein Palmenhaus, welches wir uns anschauen. Das war noch interessanter als das bei Schloss Fürstenstein, da es auch einen Audioguide gab. Es gab auch größere Aquarien und andere Tiere. Als Nächstes stand Wäsche waschen auf dem Programm. 600 Meter von unserem Parkplatz soll es eine Speed Queen geben, ein Selbstbedienungswaschsalon. Also packen wir alles in unseren Drecksack und auf geht’s mit dem vollen Kissenbezug durch die Stadt. Im Salon war es easy und nach 1 1/2 Stunden war die Wäsche gewaschen und getrocknet und hatte einen sehr intensiven Wäscheduft. Bei einem Park in Gleiwitz kann man über Nacht stehen. Da fahren wir noch hin. Von dort aus ist es morgen nicht weit zum Kohlebergwerk, wo wir Tickets für die 11 Uhr Führung haben.

Park in Gleiwitz – Parkplatz Silbermine

Ob wir wissen, dass die zweistündige Tour nur auf Polnisch sei, fragt uns die Guide. Naja, ja – denn es gibt nur selten Touren in englischer Sprache. Da wir uns das Kohlebergwerk aber unbedingt anschauen wollen, machen wir das, auch wenn wir nichts verstehen. Man sieht ja auch viel. Mit einem Aufzug geht es 4 Meter pro Sekunde runter. 320 Meter unter der Oberfläche gehen wir durch die Stollen und sehen, wie früher Kohle abgebaut wurde. Förderbänder und Maschinen wurden auch zur Demonstration angeschaltet. Schon wahnsinnig laut. Und das mussten die Arbeiter Tag täglich über viele Stunden ertragen. Es gab auch eine unterirdische Schwebebahn mit der wir ein Stück gefahren sind. Eine super Tour, die bei einer Bar endete. Dort war auch eine Skulpturen Ausstellung und Veranstaltungsräume. Coole Location, 320 Meter unter der Erde!

Ach, da war ja noch was mit diesem Gas. So langsam sollten wir Nachschub bekommen, sonst wird’s kalt und es gibt nix zum Essen. Aber auch bei der nächsten Stelle, die wir angefahren haben, gab es nix. Gut, dann fahren wir halt zum Obi und kaufen eine polnische Gasflasche. Wir mussten eine leere Flasche kaufen und die gegen eine volle Flasche tauschen. Wahrscheinlich können wir die dann nicht leer zurück geben und bekommen unser Geld auch nicht wieder wenn wir Polen verlassen. Das werden wir dann sehen. Aber wenigstens passt die polnische Flasche und wir haben wieder genügend Gas. Wir fahren dann nur noch zum Stellplatz, dem Parkplatz einer nahe gelegenen Silbermine.

Parkplatz Silbermine – Goje Campingplatz Nadzalewem

Nahe dem Parkplatz der Silbermine soll eine Steinhalde geben, die wir uns anschauen möchten. Es ist eine Halde, die aufgrund des Bergbaus entstanden ist. Es liegt viel Müll rum und es ist so mäßig schön. Wir spazieren noch etwas durch die Gegend, an alten Bahngleisen entlang zum Rand eines Tagebaus. Dann fahren wir nach Katowice, eine der modernsten Städte in Polen. Und ja, die moderne Architektur der Hochhäuser und der lebendige Stadtkern haben ein pulsierendes Flair. Anders als Breslau, aber auch sehr interessant. Hier ist es im Sommer sicherlich noch betriebsamer. Wir schlendern durch die Stadt, stoppen um unsere Kaffeedose auffüllen zu lassen, und kämpfen mit dem wechselhaften Aprilwetter.  Nachdem das Wetter nicht besser werden soll, entscheiden wir uns auf einen Campingplatz zu fahren, in der Nähe von Auschwitz. Da können wir dann chillen und bis Sonntag bleiben, da haben wir nämlich eine Tour für eine Auschwitz-Besichtigung gebucht.

Campingplatz Nadzalewem

Gemütlich mit Kaffee im Bett starten wir in den Tag. Wir sind so gut wie alleine auf dem Campingplatz. Wir sehen an einem Teich und ab und zu kommen Enten bei uns vorbei. Wir chillen, gucken YouTube, ich backe einen Kuchen und dann waschen wir unser Geschirr und putzen innen mal wieder komplett durch. Auch heute ist wettermäßig alles dabei, sogar leichter Hagel. Später gibt es dann Pizza und wahrscheinlich basteln wir an unserem ersten Video weiter.