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Polen, Teil 1

Walim – Waldparkplatz bei Walbrzych

Zuerst besuchen wir heute ein Arbeitslager aus der NS Zeit in Walim, welches Teil des Projekt Riese war. Beim Projekt Riese handelt es sich um eine Vielzahl von Bunker und Stollen, deren Zweck bis Heute nicht genau bekannt ist. Echt erschreckend, wie die Menschen dort erniedrigend und menschenunwürdig geschuftet haben, um Stollen in den Fels zu schlagen.

Neben den harten Arbeitsbedingungen an sich waren Schläge und Folter an der Tagesordnung. Auf Zeichnungen, die ein Häftling angefertig hat, sind die täglichen Qualen dargestellt.

Auch richtig kalt war es bei nur 6 Grad, wo wir mit unserer guten Kleidung schon gefroren haben. Wie das für die Häftlinge war , die teilweise sogar barfuß arbeiten mussten, kann man sich einfach nicht vorstellen.

Weiter fahren wir um Besorgungen zu machen. Einkaufen, Glasflasche auffüllen und Kaffee kaufen steht auf dem Plan. Gas wird anscheinend eine schwierige Geschichte. Der Gashändler schüttelt nur den Kopf als er unsere rote Gasflasche sieht. Mehr können wir uns nicht verständigen. Für Kaffee haben wir eine Rösterei gefunden. Dort angekommen haben wir erst einmal komisch Geschaut. Es war ein Kaffe- und Teegeschäft bei einem Optiker mit dabei. Leider war der Kaffee dann auch mehr zu Tode gequetscht worden… man roch richtig, dass er komplett verbrannt war. Noch schnell einkaufen und ab zum nächsten Stellplatz, schön gelegen an einem Waldrand.

Die Zufahrt mit ihren tiefen Spurrillen war etwas abenteuerlich, Gustl hat das aber super gemeistert.

Waldparkplatz bei Walbrzych – Parkplatz beim einem Gestüt Nahe Schloß Fürstenstein

Sandra ist schon früh wach und macht sich einen Kaffee. Dass sie raus ist bekomme ich nicht mit. Erst als sie wieder kommt werd ich ich langsam wach. Beim Frühstück zeigt sie mir die tollen Bilder vom Sonnenaufgang.

Da es noch recht früh ist und unsere gebuchte Führung durch die Bunkeranlage des Schlosses Fürstenstein erst um 12 Uhr ist, gehen wir noch eine Runde durch den Wald spazieren. Zum Schloss ist es nicht weit. Allerdings fahren wir am ersten und wohl dem Hauptparkplatz vorbei. Die nächste Strasse rein ist auch ein Parkplatz bei einem Gestüt. Da könnte man auch parken aber wir wollen uns doch mal noch den anderen Parkplatz anschauen. Das wird dann allerdings nicht möglich, weil ein großer Bus liegengeblieben ist und wir nicht vorbeikommen. Als parken wir bei dem Pferdehof. Da steht was von 24 Stunden parken, da könnten wir dann auch über Nacht stehen bleiben, wenn wir eh schon bezahlt haben. Durch den Park laufen wir zum Schloss.

Bis zur Tour ist noch etwas Zeit und wir schauen uns noch bisschen um. Die Untergrund Tour geht ca eine Stunde und wir laufen durch die, in der NS Zeit von KZ Häftlingen gebauten, unterirdischen Gänge. Auch aus dem Arbeitslager, das wir gestern angeschaut hatten wurden früher die Häftlinge hier zum Schloss gebracht, um die Gänge zu bauen.

Wozu diese Gänge gebaut werden, ist bis Heute nicht genau klar, denn sie werden nie fertiggestellt.  Es gibt einige Thesen, die aber nicht sicher belegt werden können. Die Gänge sind nochmal breiter und höher als die von gestern.

Es wurde sogar vermutet, dass hier eine Haltestelle für Hitlers Goldzug gebaut werden sollte. In unserem Video kann man auch die tolle multimediale Aufbereitung sehen. Durch einen Audioguide wurden wir mit vielen Informationen versorgt, das war richtig gut. Nach der Tour haben wir uns erstmal in die Sonne vor das Schloss gesetzt und was gegessen.

Dann sind wir ins Schloss und haben die pompösen Zimmer und das Innere besichtigt. Nicht nur von außen ist die Architektur des Schlosses wahnsinnig schön, auch innen wurde alles wieder perfekt restauriert.

Auch die Gärten konnten wir besichtigen, außer Tulpen hat jetzt aber noch nichts geblüht.

Aber alles war akkurat geschnitten und bereit für die Saison. Auch heute haben wir wieder so viel Glück, dass wenig los ist und wir uns alles in Ruhe anschauen und anhören können. Es gibt auch noch einen Palmengarten, ca 25 Minuten vom Schloss entfernt, diesen hat Karl IV, erbauen lassen. Da laufen wir dann auch noch hin. In den Gewächshäusern sind viele exotische Pflanzen.

Viele haben eine Größe, die darauf hindeuten, dass sie schon relativ alt sind. Die Pflanzen kennt man schon, aber in eher kleineren Versionen. Zitrusfrüchte, Kakteen, Bonsais, Gummibäume und Pflanzen mit exotischen Blüten. Das war ein schöner Abschluss von der heutigen Tour. Zurück laufen wir über eine Allee mit riesigen Bäumen, die vom Hauptparkplatz die Besucher zurück zur Hauptstraße leitet.

Parkplatz beim Schloss Fürstenstein – Parkplatz Stadion Breslau

Nach dem Frühstück spülen wir noch ab und dann geht es nach Breslau. Dort gibt es bei einem Stadion die Möglichkeit zu parken und zu übernachten.

Von dort kann man dann mit der Tram direkt in die Stadt fahren. Das mit dem Parkticket kaufen ist etwas schwierig, da die Seite nur auf Polnisch ist, aber irgendwie hat es dann doch geklappt. Auch wenn die Bestätigung erst einige Stunden später gesendet wurde. Mit der Tram sind wir ca 20 Minuten gefahren und bei einer Lokomotive ausgestiegen, die im Boden steckt und gen Himmel „fährt“. Die Lokomotive ist aus dem Jahr 1944 und wiegt 75 Tonnen.

Weiter gehts noch ein paar Stops und kurz vor der Innenstadt steigen wir aus, denn hier soll es die besten Piroggen der Stadt geben. Schade nur, dass die vier Tische die sie haben, besetzt sind. So laufen wir in die Innenstadt rein, vorbei ein tollen alten Häusern und Kirchen. Andi findet ein gut bewertetes Restaurant und da gehen wir auch hin. Es ist nicht viel los und als wir die Karte bekommen, sehen wir dass es ein vegetarisches/veganes Restaurant ist – wir haben ein Singapur deja vue. Überhaupt nicht schlimm, aber „what are the odds“?

Wir bestellen zwei typisch polnische Gerichte, die super lecker sind. Dann schlendern wir durch die Altstadt. Bei dem traumhaft sonnigen Wetter sitzen viele schon draußen und genießen den Frühling. Es ist eine gemütliche Atmosphäre und die Stadt ist auch überhaupt nicht überfüllt.

Dann nehmen wir die Tram und fahren zum Sky Tower, um einen schönen Überblick über die Stadt zu bekommen. Leider konnte man aber nicht hoch, erst im Mai wieder. Schade, aber das war nirgendwo zu lesen. Also fahren wir wieder zurück und laufen zur Markthalle. Es ist so schön wie sich in Breslau die Alten und Neuen Gebäude ergänzen. Durch die Sonne spiegeln sich die tollen alten Häuser in den Glasfassaden der neuen Häuser – das ist einfach super schön.

Die Markthalle ist leider etwas enttäuschend, da wir gehofft haben, dass wir an verschiedenen Ständen immer mal was hätten essen können. Dem war aber leider nicht so. Nachdem wir die Stadt noch nicht von oben gesehen haben, sind wir zur Magdalenenkirche, denn da gibt es die „Brücke der Büßerinnen“ – sie verbindet in 45 m Höhe zwei Türme der Kirche. Oben auf der Brücke stehen zwei Hexen als Zwergenfiguren.

Dann gehen wir schnell wieder runter. Da der letzte Kaffeekauf „beim Optiker“ nicht so lecker war, hat Sandra in Breslau nach einem Coffee Roaster gesucht. Ein gemütliches Café, El Gato, die selbst rösten. Die nette Barista hat auch sehr gut Englisch gesprochen, so haben wir schnell Kaffeebohnen für uns gefunden. Sie hat auch noch gefragt, wie sie mahlen soll – für unsere French Press – das hat direkt professionell gewirkt. Seltsam hat sie geschaut, als wir unsere Kaffeedose ausgepackt haben. Das hätte Sie noch nie erlebt. Wir lachen. Sie mahlt den Kaffee und überreicht uns die Dose leicht zeremoniell. Ein super sympathisches Erlebnis.

Weiter geht es in Sachen Genuss, denn es gibt eine gut bewertete Bar, die Ale Biere verkauft. Zeit für eine Pause.

Wir trinken gemütlich unser Bier und suchen ein Restaurant zum Abendessen. Sandra hat etwas gefunden, was vielversprechend klingt, auf der anderen Seite der Altstadt. Also nutzen wir wieder die Tram, das 24 Stunden Ticket soll sich auch rentieren. Freitag Abend, die Stadt wird voller. Das Restaurant ist auch eher eine Mischung aus Restaurant und Bar. Es gibt Ribs und Burger.

Mittlerweile ist es auch schon dunkel geworden. Wir fahren zurück in die Altstadt, um sie auch noch bei Nacht zu erleben. Es ist tatsächlich nicht so entspannt wie heute Nachmittag. Es ist lauter und viel mehr los. Aber die Gebäude und Kirchen sind toll bestrahlt und wirken phantastisch.

Es ist immer noch mild, so dass wir im T-Shirt durch die Stadt laufen können.Dann fahren wir zurück zum Stadion. So Stadt-Touren sind recht anstrengend und wir sind froh, als wir unsere Schuhe ausziehen konnten. Eine wunderschöne Stadt, die unbedingt ein Besuch wert ist.

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