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Tschechien, zweiter Teil

Svetlik bei Studanka – Enge Stiege – Herrenhausfelsen – Anhöhe bei Crastava

Morgens gegen 6 Uhr wurden wir das erste mal von Autogeräuschen geweckt. Die Fischer waren zurück und es sollten sich noch mehr dazu gesellen. Auch heute wieder ein Mix aus Wolken und Schauern. Mal sehen, ob wir den ausgesuchten Wanderweg überhaupt machen können. Denn heute soll uns der Weg über Leitern führen. Da wäre Regen ungünstig. Aber erstmal frühstücken und dann fahren wir zu dem Ausgangspunkt der Wanderung. Das Wetter wird immer besser und die Sonne kommt sogar hinter den Wolken hervor. So geht sie dann auch los unsere Tour, mit weiß-blauem Himmel ab in den Wald.

Durch den Regen war noch alles feucht und in der Sonne funkelten Millionen Wassertropfen uns entgegen. Weil wir ganz alleine unterwegs waren, war außer den Waldgeräuschen nichts zu hören. Auch die Pflanzen freuten sich über die Sonne. Wie alles in den Startlöcher für den Frühling steht. Dicke Knospen überall und auch Hummeln und Bienen sind unterwegs. Aber auch hier ist der Borkenkäferschaden groß. Über die Höhe laufen wir immer weiter in den Wald, an schönen Felsen und unzähligen Heidelbeersträuchern vorbei.

Bis wir dann die erste Leiter erreichen. Die Leitern ging es hauptsächlich runter, was aber kein Problem war, da wir die einzigen waren, die so früh unterwegs waren. Nach einer Pause geht’s dann den Rundweg zurück. An der Straße angekommen, die direkt zum Gustl führt, gehen wir aber in die andere Richtung, da es dort eine bewirtschaftete Hütte geben soll. Aber irgendwie ist die Hütte recht dunkel, sieht geschlossen aus. Aber als wir näher hinkommen sehen wir, dass sie doch offen hat. Wir sind die ersten Gäste. Es ist auch erst halb 12. Zurück ging es dann zum größten Teil auf der Straße, auf der kaum Verkehr war. Bevor wir dann zu unserem Stellplatz für die Nacht gefahren sind, haben wir noch einen Abstecher zu den Herrenhausfelsen gemacht.

Das sind Basalt-Felsen, die einfach so im in der Nähe eines kleinen Örtchens stehen. Das Wetter hat sich auch wieder immer mehr zugezogen, so dass es auch leicht getröpfelt hat. An den Felsen waren wir praktisch alleine. Beeindruckend, wie das Gestein geformt ist. Wie lange Steinbalken, die fast senkrecht, eng nebeneinander aufgestellt wurden. Nachdem wir uns die Felsen genauer angeschaut hatten und bisschen rumspaziert sind, haben wir uns zu unserem nächsten Stellplatz aufgemacht. Natürlich war das Wetter heute auch wieder so wechselhaft und windig, so dass wir überlegt haben, ob wir auf der Anhöhe stehen bleiben können. Aber nachdem wir gekocht und gegessen hatten wurde es windstiller und zum Tagesabschluss wurden wir sogar noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. 

Anhöhe bei Crastava – Parkplatz zur Elbquelle – Euroaircamp Hohenelbe

Die Nacht war recht ruhig, aber da wir heute zur Elbquelle wollten und noch gut eine Stunde dort hin hatten, sind wir früh los. Das letzte Stück Straße führt entlang eines Bächlein, ist schmal und schraubt sich den Berg hinauf. Auf dem Parkplatz war nicht viel los und der Ort wirkt sehr verlassen. Es ist ein Skiort im Riesengebirge. Im Winter ist hier bestimmt die Hölle los. Jetzt ist alles verschlossen, die Seilbahn steht still und es liegt noch vereinzelt noch bisschen Schnee.

Der Schnee auf dem Weg wird immer mehr und es wird neblig. Je weiter wir gehen, desto schlechter wird die Sicht, es ist windig und das Laufen im sulzigen Schnee wird beschwerlich. Wer hätte heute morgen gedacht, dass wir heute noch durch eine vernebelte Schneewelt stapfen würden. Was aber auch heißt, dass wir es nicht bis zur Elbquelle schaffen werde.

Nach eineinhalb Stunden machen wir eine Pause im Windschatten eines hohen Baumes und dann drehen wir wieder um. Zurück am Parkplatz dann das böse Erwachen, 20€ fürs Parken, weil wir als Wohnmobil zählen und für den ganzen Tag bezahlen müssen. Jetzt fahren wir für zwei Nächte auf einen Campingplatz, um mal zu Waschen und die bisherigen Erlebnisse sacken zu lassen. Es ist nicht viel los und wir suchen uns einen Platz unten bei der Wiese mit Blick ins Grüne. Gegessen haben wir ausnahmsweise mal am Campingplatz. Gulasch und Borschtsch waren lecker, haben aber nicht ausgereicht, so dass wir uns zum Bier noch ne Pommes bestellt haben.

Euroaircamp Hohenelbe

Heute gingen wir alles etwas ruhiger an. Wäsche waschen und Gustl putzen und dann laufen wir mal in die Stadt rein. Mit dem Waschen hat alles geklappt. Wir haben sogar einen Wäscheständer bekommen. Kurz nach zwei laufen wir los. Ca 40 Minuten sollen es bis zum Schloss sein. Die Sonne kommt auch ab und zu raus, daher ist es angenehm zum Laufen.

Über eine Eisenbrücke überqueren wir die noch schmale Elbe auf die Hauptstraße. Auch hier wieder architektonisch schöne ältere, leicht bunte Häuser und zwischendrin immer mal ein ganz altes, regionaltypisches Holzhaus.

Wir laufen die Straße entlang, an einem Kloster vorbei und dann gehen wir in den Schlosspark. Ein schönes Schloss hier in Hohenelbe, mit dem kleinen See an der Seite. Ins Schloss rein konnte man leider nicht.

So gehen wir zu einem Café, das wir vorher schon ausgesucht hatten, das sich tatsächlich in so einem alten Holzhaus befindet. Zu unserem Glück hat es offen. Es gibt leckere Crêpes und Pfannkuchen.

Man konnte das ganze historische Haus besichtigen, auch den 1. Stock. Alles sehr sehr niedrig mit tiefen Türen und Räume mit komplett bemalten Wänden und Decken. 

Eurpaircamp Hohenelbe – Waldparkplatz/Wanderparkplatz Mlade Buky

Wir machen alles fahrbereit und dann fahren wir weiter ins Riesengebirge zu einem Waldparkplatz bei Mlade Buky. Dort gehen wir natürlich die Umgebung erkunden und laufen den Waldweg hoch, vorbei an einer kleinen Steinbrücke und Glocke.

Entlang des Wegs war früher mal ein deutsches Dorf, das aber nach dem 2. Weltkrieg durch die Sowietarmee geräumt wurde. Es war kein Haus mehr zu sehen. An den Stellen wo früher die Häuser standen, befinden sich heute Holztafeln mit Informationen der Familien, die in den Häusern gewohnt haben.

Der Weg führt entlang eines kleinen Bächlein und bei eine zerfallenen Scheune von 1926 drehen wir wieder um und gehen den Weg zurück.

Wanderparkplatz Mlade Buky – Adersbach bei der Felsenstadt

Heute wandern wir von unserem Stellplatz auf einen Berg, wo es auch eine Hütte geben soll – irgendwas von Selbstbedienungsbuffet habe ich mir aus den Informationen im Internet zusammen gereimt. Es geht die Straße entlang den Berg hoch, vorbei an alten Gold Grabungsstellen. Am Gipfel angekommen war niemand auf der Hütte (Rychorska Bauda), aber die Tür war offen. Auf einem Tisch standen verschiedene Sachen zum Essen, u.a. auch Kuchen. Ein Angebot des tschechischen Pendants zum Alpenverein, der die Hütte betreibt.

Wir haben aber was dabei und so setzen wir uns auf eine Bank draußen und essen unseren Kohlrabi, Gurke, Banane und Apfel. Direkt bei der Hütte ist im Wald auch ein kleiner Bunker. Etwas versteckt, aber wir haben ihn schnell gefunden und besichtigt.

Zurück nehmen wir einen schönen Weg durch den Wald, der auf eine etwas steile Lichtung, mit toller Aussicht ins Tal, führt.

Im Sommer sind das Weiden für die Tiere, heute stapfen wir ganz alleine über das Gras. Wir kommen auch wieder an der alten Scheune vom Vortag vorbei und gehen den bekannten Weg zurück. Schnell was gegessen packen wir auch schon zusammen, da wir heute noch nach Adersbach fahren. Wir können nicht einschätzen wie viel dort Morgen los sein wird und da wir viele Geschichten von Leuten im Internet gelesen haben, die keinen Parkplatz bekommen haben, wollen wir auf Nummer sicher gehen. Direkt in der Nähe gibt es einen Stellplatz für 18€ von dem wir Morgen loslaufen. Angekommen sind wir die einzigen, aber da ist uns ja eh lieber.

Adersbach bei der Felsenstadt – Polen Stellplatz am Berg-Waldparkplatz Walim 

Nach dem Frühstück laufen wir los zum Eingang der Felsenstadt. Im Reiseführer von meinem Papa ist eine Tour drin, die von der Aderbacher Felsenstadt zur Weckelsdorfer Felsenstadt führt. Die wollen wir machen. Es heißt, ca 12km und man muss dann mit dem Zug zurück fahren. Eintrittskarten haben wir online für den 10 Uhr-Eintritt gekauft. Jede Stunde lassen sie maximal 400 Leute rein. Wir haben heute viel Glück und es ist noch nicht viel los. Also laufen wir los, erst die kleine Runde um den See und dann zur Felsenstadt.

Nach und nach kommen wir an mehr und vor allem größeren Felsen vorbei. Das gotische Tor ist dann der Eingang zur Felsenstadt. Es ist ein Steintor das in den Spalt zwischen zwei mächtige Felswände gebaut wurde.

Der Weg führt weiter an hohen bizarren Felsformationen vorbei. Immer wieder läuft man zwischen Felsblöcke durch, in denen es auch gleich merklich kühler wurde. Teilweise waren da auch Wasserfälle oder kleine Grotten. Die Sonne kam langsam raus, was das Farbenspiel noch intensiver machte und Licht und Schatten haben alles noch eindrucksvoller gemacht.

Immer wieder kommen Stufen und Stiege und man läuft ab und zu unten an den Felsen vorbei aber auch immer mal wieder zwischen den Felsen in die Höhe. An einem kleinen See wurde auch angeboten, dass man mir dem Boot zur anderen Seite gebracht wird. Das haben wir auch gemacht. Da nicht viel los war, mussten wir noch etwas warten, bis wir ein paar mehr Leute waren. Dann ging’s los.

Es war wirklich nicht weit, aber wenn man schon mal da ist, dann macht man das auch. Nun geht es wieder Stufen hoch. Am Ende konnte man nur rechts zurück nach Adersbach oder links weiter zur anderen Weckelsdorfer Felsenstadt laufen. Jede ausgewiesene Tour, die in Adersbach und den Broschüren angezeigt wurden, führten zurück nach Adersbach. Das war auch unser Glück, denn nur sehr wenige sind, wie wir, nach links abgebogen. Es geht wieder an mächtigen Felsen nach unten und durch einen dichten Nadelwald mit dickem Moos bedeckten Felsen vorbei.

Danach kommt eine etwas offene Sumpflandschaft, durch die man auf einem Holzsteg geleitet wird.

So laufen wir dahin, an den Seiten natürlich Felsen die von der Sonne angestrahlt werden. Dann kommen wir zu Weckelsdorfer Felsenlandschaft. Sie ist großzügiger und es gibt gefühlt mehr zu entdecken, mit ewig langen Metalltreppen und Stiegen, Felstoren und schmalen Wegen, die zwischen den hohen Felsen hindurch führen. Zu vielen Felsen gibt es auch Schilder die beschreiben, was die Felsen darstellen. Die Harfe des Rübezahls, das Käselager, Igel auf Frosch, Jäger am Hochstand – um nur einige zu nennen. Manchmal brauchte man schon eine große Portion Phantasie, aber es war immer interessant genauer zu schauen, um die Namen auch wirklich zu erkennen. 

Zurück wollten wir eigentlich mit dem Zug, doch der nächste sollte erst in einer Stunde kommen. So sind wir die restlichen 4 km auch noch gelaufen. Die GPS Uhr zeigt knapp 19 km an, die wir schon gelaufen sind. nach über 8 Stunden und knapp 24 km sind wir dann wieder zum Gustl gekommen.  Heute wollen wir noch die Grenze überqueren und nach Polen fahren. An einem Potraviny geben wir aber noch die letzten tschechischen Kronen aus. Uns gelüstet es nach Debreciner und Bier, wohlverdient nach diesem Tag. Einen Stellplatz haben wir auch, am Berg bei Wielka Sowa. Dahin sind wir dann noch ca. 1 Stunde gefahren. 

Mit diesem Bild verabschieden wir uns aus der Tschechei und hoffen ihr hattet Spaß beim lesen des Artikels.

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